DSD vs PCM
DSD vs PCM
Die meisten Musikhörer haben eine vage Idee davon, was die technischen Daten Ihres Streaming services oder Ihrer CDs bedeuten, und viele haben auch schon einmal das Kürzel „PCM" gehört - Aber vielleicht kennen sie ja auch DSD, und fragen sich, ob dieses Format relevant für Sie sein könnte, vielleicht sogar besser ist?
Schauen wir es uns an.
Der Überblick: was steckt drin?
PCM (Pulse Code Modulation):
- Format der Audio CD und lossless streaming services
- Auflösung: 16 bit/ 44.1 kHz
DSD (Direct Stream Digital):
- Format der Super-Audio-CD (SACD)
- Auflösung: 1 bit/ 2822.4 kHz (2,8MHz)
Das Prinzip
Bei der Audio CD wird „oft genug" abgetastet, das heißt, 44.100 mal pro Sekunde - Damit kann ein DA-Wandler zweifelsfrei Frequenzen bis zu 22.050Hz erkennen, und speichert in diesem Intervall jeweils mit 16 bit Tiefe ab, die die genauen Lautstärke-Informationen enthalten.
Bei der SA-CD wird 2,8 Millionen mal pro Sekunde abgetastet. Die SA-CD tastet so oft ab, weil die Information jeweils keine genaue Information über die Lautstärke enthält, sondern nur eine relative: ein Wert von 0 heißt, wir gehen ein bisschen nach unten, ein Wert von 1 heißt, wir gehen ein bisschen nach oben.
Um eine schnelle Änderung der Lautstärke abzubilden, wie z.B. einen einzigen Drumhit auf dem Schlagzeug, muss sehr oft abgetastet werden, um das Signal korrekt zu erfassen.
Die gegebene Auflösung unterstützt einen Frequenzbereich von bis zu 50kHz, im Vergleich zu den 22,05kHz der Audio CD.
Audio CD ist, obwohl lossless genannt, absolut ein Consumer-Format: Sony beispielsweise benutzt als Archiv-Format in deren Produktionen ausschließlich DSD.
Warum ist das relevant?
Der Frequenzbereich, den diese beiden Formate erreichen können, ist nicht unbedingt relevant für das menschliche Gehör, sondern für die Elektronik dahinter. Es gibt Wandler, die nur mit PCM umgehen können - es gibt Wandler, die auch DSD beherrschen, und es gibt Wandler ausschließlich für DSD.
Praktisches Beispiel: RME Adi-2 Pro
Dieser Wandler kann PCM und DSD verarbeiten und bietet verschiedene Filter-Optionen:
Persönlicher Eindruck
Ich habe selbst CD und SACD (und Vinyl) derselben Alben in ausgedehnten Hörsessions verglichen, und finde, dass die SACD deutlich mehr dem Klang der Schallplatte gleichkam, als dem der CD.
Das soll positiv gemeint sein, denn den Bass der Schallplatte hat man gespürt - den der CD nur als tiefen Sinuston wahrgenommen, und alles andere war ebenso akkurat, aber flach.
Das Filterdesign für DSD ist deutlich einfacher als das für PCM, was den Eindruck erklärt, dass es wohl das „analogere" Format ist.
Fazit
Das soll nur ein kleiner Einstieg in das Thema sein, falls Sie jemals neugierig auf das Format waren - Zusammenfassend lässt sich sagen:
- DSD ist leider selten, nicht jede Musik wird in diesem Format veröffentlicht, nicht jeder DAC kann damit umgehen. Möchte man dennoch im DSD Format hören ist ein PC-Setup Pflicht.
- PCM ist ein Consumer-Format, dessen technische Nachteile wir im Prinzip akzeptieren müssen - außer Upsampling wie es u.a. Ferrum betreibt, gibt es keine Lösung, die Filter aus dem hörbaren Bereich herauszuhalten - oder man führt es selbst durch, z.B. mit dem HQPlayer.
Häufige Fragen
Was ist PCM?
PCM (Pulse Code Modulation) ist die übliche Art, Audio digital zu speichern: Das Signal wird in festen Abständen gemessen und jeder Wert als Zahl abgelegt. Die CD nutzt PCM mit 16 Bit und 44,1 kHz, verlustfreies Streaming reicht bis 24 Bit und 192 kHz.
Was ist DSD?
Direct Stream Digital ist das Format der Super Audio CD. Statt vollständiger Lautstärkewerte speichert es nur ein Bit pro Abtastung, dafür 2,8 Millionen Mal pro Sekunde (DSD64). DSD128 und DSD256 arbeiten mit der doppelten und vierfachen Rate.
Klingt DSD besser als PCM?
Auf dem Papier erlaubt DSD einfachere Filter weit oberhalb des Hörbereichs, und viele empfinden es als „analoger“. Der Katalog in DSD ist aber klein, und ein DAC, der intern hochrechnet, erreicht auch mit PCM-Dateien Ähnliches. Am besten vergleichen Sie an Ihrer eigenen Anlage.
Brauche ich für DSD einen besonderen DAC?
Ja, der DAC muss DSD unterstützen, nativ oder per DoP. Viele aktuelle DACs können das, etwa der RME ADI-2 Pro EX oder der Ferrum WANDLA. Sonst kann eine Software wie HQPlayer DSD beim Abspielen in PCM umrechnen.
Was bedeutet die Einstellung „PCM“ am Fernseher oder an der Soundbar?
Mit PCM decodiert der Fernseher den Ton selbst und schickt ein unkomprimiertes Signal an Soundbar oder Receiver, über optisch nur in Stereo. Mit „Bitstream“ oder „Auto“ reicht er das Dolby- oder DTS-Signal unverändert weiter, und das angeschlossene Gerät decodiert es. Das brauchen Sie für Mehrkanal-Surround.
Fragen zu Ihrer Anlage?
Schreiben Sie uns per WhatsApp, wir helfen Ihnen gern weiter. Oder hören Sie selbst: In unserem Hörraum in Bari können Sie ausgewählte Geräte nach Termin in Ruhe probehören.
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